Die Podwerker

Werkstatt: Mikrofone fürs Podcasting

Über Mikrofontechnik lassen sich ganze Bücher füllen. Das meiste davon ist für uns Podcaster aber uninteressant. Wir wollen einfach eine gute Aufnahme machen. Bevor wir in die Praxis einsteigen, schauen wir uns trotzdem ein paar Basics an.

Kondensatormikrofone und dynamische Mikrofone


Man unterschiedet primär zwischen zwei Mikrofontypen; Kondensatormikrofonen und dynamischen Mikrofonen. Ein Kondensatormikrofon ist meist empfindlicher. Es wandelt Geräusche auf einem höheren Niveau in Strom um als ein dynamisches Mikrofon. Diese Empfindlichkeit ermöglicht einen besonders detaillierten Klang, ist aber gleichzeitig auch seine größte Schwäche. Kommt man dem Kondensatormikrofon zu nah, wird die Aufnahme der Stimme übersteuert. Und: Je weiter man vom Mikrofon entfernt ist, desto mehr nimmt dieses auch alles andere auf — die Reflexionen im Raum, die Lüftung und den Verkehrslärm vor dem Fenster.

Kurzum: Wer nicht ausschließlich in einer optimalen Studioumgebung aufnimmt, dem empfehlen wir dynamische Mikrofone. Sie sind nicht nur deutlich robuster, sondern ermöglichen es auch sehr nah am Mikrofon zu sprechen und so weniger Raumanteil und Hintergrundgeräusche mit einzufangen.

Studiomikrofone für Podcasts


Ein Klassiker unter den dynamischen Podcast-Mikrofonen ist das Shure SM 7B und sein kürzlich auf den Markt gekommener kleiner Bruder, das Shure MV7. Optimiert für die Sprachaufnahme kommt es mit eingebautem Popschutz-Filter und optionaler Klangoptimierung daher. Das Shure MV7 lässt sich zudem ganz einfach per USB an Macbook oder PC anschließen. Ein Anschluss für Kopfhörer ist ebenfalls vorhanden. Bis auf ein Stativ, ein Kabel und einen Computer mit Recording Software wird für dieses Setup nichts weiteres benötigt.


Broadcaster-Headsets für mobile Anwendungen


Außerdem zu empfehlen, insbesondere für das mobile Recording, sind die Headsets von Beyerdynamic. Hier sind zwar Kondensatormikrofone verbaut. Durch deren kleine Membran sind sie jedoch weniger anfällig für Raumhall und Störgeräusche. Der Vorteil eines Headsets besteht darin, dass Gesprächspartner während der Aufzeichnung ihren Abstand zum Mikrofon nicht verändern — denn das Mikrofon ist an den Kopfhörern befestigt.

Ein weiteres Plus: Gesprächspartner lassen sich nicht mehr vom Anblick des Mikrofons einschüchtern und können sich besser auf das Gespräch konzentrieren. Der Nachteil zum Shure MV7: Das Headset hat statt des USB-Ausganges einen herkömmlichen XLR-Ausgang und benötigt zusätzlich Stromversorgung von einem Audiointerface wie dem Rodecaster.